Handelsstrategien

Mit einer geeigneten Handelsstrategie für Emmissionsberechtigungen können sich Unternehmen gegen Preisschwankungen absichern. Handel bedeutet dabei nicht Risiko, sondern eine Absicherung gegen Risiko.

Unser Mitglied FutureCamp Climate GmbH stellt Ihnen anhand von Fallbeispielen verschiedene Handelsstrategien für Emissionszertifikate dar und stellt die daraus resultierenden fiktiven Erlöse vor:

Annahme:
Das Beispiel-Unternehmen hat einen Überschuss von 3.000 EUA über die gesamte
EU-Handelsperiode (z.B. die 1. EU- Handelsperiode).

Fall 1
Das Beispiel-Unternehmen verkauft in der ersten Handelsperiode (01.01. 2005 bis 31.12.2007) seinen kompletten Überschuss direkt nach der ersten Zuteilung.

Alles am Anfang verkaufen
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
01.03.20059,50 €/EUA3000 EUA28.500 €

Das Beispiel-Unternehmen hätte einen Erlös von 28.500 € erzielt.

Fall 2
Das Beispiel-Unternehmen verfolgt die Strategie, den Markt zu beobachten und möglichst beim Maximum  zu verkaufen.

Markt beobachten und beim Maximum verkaufen
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
24.04.200629,37 €/EUA3.000 EUA88.110 €
02.05.200610,96 €/EUA3.000 EUA32.880 €

Für das Beispiel-Unternehmen wäre ein Erlös von 88.110 € möglich gewesen.
Es sei darauf hingewiesen, dass es unwahrscheinlich ist, das Maximum tatsächlich zu erreichen. Hätte das Unternehmen nur eine Woche später verkauft, hätte der Erlös nur noch 32.880 € betragen.

Fall 3
Das Beispiel-Unternehmen hebt den gesamten Überschuss lange auf und verkauft erst relativ spät.

Zum Schluss verkaufen
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
02.05.20070,59 €/EUA3000 EUA1.770 €

In diesem Fall wäre ein Erlös von 1.770 € für die Emissionsberechtigungen erzielt worden.

Durch die dargestellten Verhaltensweisen wird ersichtlich, wie groß die Spannbreite an denkbaren Erlösen ist. Großen Chancen stehen hohe Risiken gegenüber, wenn die gesamten handelbaren Zertifikate an einem Tag gehandelt werden. Aus Risiko-Gesichtspunkten spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Kauf oder einen Verkauf handelt.

Einmaliger Verkauf
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
01.03.20059,50 €/EUA3.000 EUA28.500 €
24.04.200629,37 €/EUA3.000 EUA88.110 €
02.05.200610,96 €/EUA3.000 EUA32.880 €
02.05.20070,95 €/EUA3.000 EUA1.770 €
 12,61 €/EUA 37.815 €

Es kann empfohlen werden, die gesamte Handelsmenge auf mehrere Handelstage zu verteilen. Dadurch werden Chancen nicht genutzt, die Planbarkeit des Gesamterlöses wird jedoch erhöht.

Fall 4
Eine einfache Strategie wäre z.B., den erwarteten Überschuss in bestimmten Zeitintervallen in Teilmengen zu verkaufen. Bei einer Überschussmenge von 3.000 EUA bietet sich hier ein jährlicher Verkauf an. Hätte das Unternehmen seinen Überschuss jeweils am 01. März zu Teilmengen von je 1.000 EUA verkauft, so wäre der jeweilige jährliche Erlös zwar sehr unterschiedlich ausgefallen, der Gesamterlös wäre aber ca. der Durchschnitt der o.g., unstrukturierten Verhaltensweisen.

Gestaffelt jeweils am 1. Handelstag im März verkaufen
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
01.03.20059,50 €/EUA1.000 EUA9.500 €
01.03.200626,23 €/EUA1.000 EUA35.560 €
01.03.20070,94 €/EUA1.000 EUA940 €
 12,22 €/EUA3.000 EUA36.670 €

Hätte man diese Strategie für die Monate Januar, Februar oder April angewendet, so hätte sich jeweils ein ähnlicher Gesamterlös ergeben.

Gestaffelt jeweils am 1. Handelstag im Monat x verkaufen
HandelszeitpunktPreisHandelsmengeSumme
Januar 2005/2006/200711,89 €/EUA3.000 EUA35.670 €
Februar 2005/2006/200711,85 €/EUA3.000 EUA35.560 €
März 2005/2006/200712,22 €/EUA3.000 EUA36.670 €
April 2005/2006/200714,24 €/EUA3.000 EUA42.720 €
 12,55 €/EUA 37.655 €

Vergleich

Vergleicht man diese vier Gesamterlöse mit den o.g. Gesamterlösen bei einem einmaligen Verkauf, so stellt man fest, dass der Durchschnitt zwar sehr ähnlich, die Abweichung aber bei der unstrukturierten Vorgehensweise sehr viel höher ist.

Fazit: Die Planbarkeit kann durch eine sehr einfache Handelsstrategie stark erhöht werden.

Ist der EUA-Überschuss bekannt, so sollte dieser nicht komplett an einem Stichtag, sondern über mehrere Handelstage verteilt, verkauft werden. Eine sehr einfache Strategie hierfür ist, sich einen Termin einmal pro Jahr (z.B. den ersten Werktag im März) auszusuchen und an diesem Tag die jeweilige Teilmenge zu handeln.