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Entwicklung der Klimapolitik
1972 wurde auf einer internationalen Staatenkonferenz die „Stockholmer Deklaration“ verabschiedet, die erstmals das Grundrecht des Menschen auf „angemessene Lebensbedingungen in einer Umwelt definiert, die so beschaffen ist, dass ein Leben in Würde und Wohlergehen möglich ist.“
Am 15. Dezember 1972 folgte die Gründung des United Nations Environmental Program mit Sitz in Nairobi. Die Hauptaufgabe des Umweltprogramms der Vereinten Nationen liegt darin, internationale Umweltschutzabkommen anzuregen und zu fördern.
1977 fand in Genf die erste Weltklimakonferenz auf Initiative der World Meterological Organisation statt. Die dort anwesenden Naturwissenschaftler forderten die Regierungen auf, dem vom Menschen verursachten Klimawandel entgegenzuwirken und umfassende Klimaforschungsprogramme aufzustellen.
1988 erfolgte ein entscheidender Durchbruch in der internationalen Klimapolitik. Auf der „World Conference on the Changing Atmosphere, Implications for Global Security“ empfahlen 300 Wissenschaftler und Politiker aus 48 Ländern konkrete politische Maßnahmen, wie beispielsweise die Reduzierung der CO2-Emissionen von 1988 um 20 Prozent bis zum Jahr 2005 und um mehr als 50 Prozent bis zum Jahr 2050.
Im November 1988 folgte die Gründung eines internationalen Expertengremiums, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).
Am 21. Dezember 1990 beschlossen die Vereinten Nationen (UN) die Einberufung eines „Negotiating Committee on Climate Change“, das bis zum Beginn der Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro eine Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change - UNFCCC) ausarbeiten sollte.
Die UNFCCC wurde in Rio de Janeiro von 154 Staaten unterzeichnet und trat nach der 50. Ratifikation am 21. März 1994 in Kraft. Hauptziel der UNFCCC ist die „Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird“. Zum damaligen Zeitpunkt war die UNFCCC als Rahmenwerk vorgesehen, um einen Entwicklungsprozess zu initiieren, der mit Hilfe festgelegter Verfahrensgrundsätze und Nachfolgeabkommen internationale Klimaschutzmaßnahmen konkretisieren und intensivieren sollte. Dieser Prozess wird von der einmal jährlich tagenden COP ausgefüllt, die die Vertragsparteien der UNFCCC bei der Einhaltung ihrer Verpflichtungen überprüft und die Minderungsziele an aktuelle klimawissenschaftliche Erkenntnisse anpasst.