Finanzierung des Klimaschutzes

Das Beratungsunternehmen Deloitte hat am 20. November 2009 den Investitionsbedarf in Deutschland zur Bewältigung des Klimawandels auf insgesamt 300 Mrd. € (2010 bis 2020) beziffert und in der Studie "Klima ist Business - Agenda 450 für Deutschland" veröffentlicht.

Die Weltbank hat am 15. September 2009 ihren "World Development Report 2010" vorgelegt, demzufolge der Finanzbedarf zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels mit jährlich ca. 100 bis 700 Mrd. US-$ (= ca. 70 Mrd. € bis 480 Mrd. €) beziffert wird.  

Die Europäische Kommission hat am 10. September 2009 Vorschläge zur Finanzierung des Klimaschutzes in den Entwicklungsländern vorgelegt. Danach schätzt die Europäische Kommission den Finanzbedarf bis 2020 jährlich auf ca. 100 Mrd. € insgesamt. Dieser Finanzbedarf soll durch innerstaatliche Investitionen der Entwicklungsländer, die Ausweitung des CO2-Marktes sowie internationale öffentliche Finanzmittel gedeckt werden.

Die Europäische Kommission beziffert allein die aufzubringenden internationalen öffentlichen Finanzmittel auf 22 bis 50 Mrd. € jährlich. Für 2013 berechnet sie einen Finanzbedarf von 9 bis 13 Mrd. €, für den der europäische Anteil zwischen 900 Mio. € und 3,9 Mrd. € angesetzt wird. Bis 2020 steigt dieser Betrag auf 22 bis 50 Mrd. € jährlich. Der europäische Anteil daran variiert zwischen 2 bis 15 Mrd. € jährlich. 

Darüber hinaus schlägt die Europäische Kommission zusätzlich von 2010 bis 2012 eine öffentlich finanzierte, internationale Anschubfinanzierung in Höhe von 5 bis 7 Mrd. € vor, Die Europäische Union würde einen Anteil zwischen 500 Mio. € und 2,1 Mrd. € zu finanzieren haben.

Die genannten Finanzmittel sollen zusätzlich zu den aktuellen Finanzmitteln der internationalen öffentlichen Entwicklungshilfe bereit gestellt werden.  Das renommierten britische Imperial College London hat Ende August 2009 eine Studie veröffentlicht, derzufolge die UNFCCC die Kosten - vor der Veröffentlichung im Juni 2009 ging das UNFCCC jährlich von ca. 40 bis 170 Mrd. US-$ aus - viel zu niedrig angesetzen würde, da wichtige Bereiche wie „Energie“, „Produktion“, „Handel“, „Bergbau“, „Tourismus“ und „Ökosysteme“ nicht einbezogen worden seien. Dem Imperial College zufolge seien die tatsächlichen Kosten zwei- bis dreimal höher anzusetzen. Davon ausgehend muss eventuell ein jährlicher Finanzbedarf in Höhe von bis zu ca. 500 Mrd. US-$ (= ca. 350 Mrd. €) angenommen werden.

Das United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) hat im Juni 2009 den Finanzbedarf zur Bewältigung und Anpassung an den Klimawandel (einschließlich Investitionen in die Energieversorgung) bis 2030 neu geschätzt und auf jährlich über 600 Mrd. US-$ (= ca. 410 Mrd. €) beziffert.

Verschiedene Umweltgruppen sehen einen Betrag in Höhe von jährlich ca. 160 Mrd. US-$ (= ca. 110 Mrd. €) als notwendig an, um den Klimawandel zu bewältigen an.